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 Betreff des Beitrags: Inline Skaten – Sicher ins Frühjahr
BeitragVerfasst: 21.03.2006, 11:03 
Expertin
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Registriert: 08.11.2005, 09:30
Beiträge: 306
Inline Skaten liegt nach wie vor im Trend und bringt gleichermaßen Kinder, Jugendliche und Erwachsene „ins Rollen“. Nach der langen Winterpause können im Frühjahr auch die Inline Skater endlich wieder loslegen. Die Sportart macht nicht nur einen ungeheuren Spass, sondern fördert grundlegende motorische Fähigkeiten, wie Gleichgewichtssinn, Koordination und Reaktionsschnelligkeit – und das an der frischen Luft!

Doch Inline-Skaten gilt im Hinblick auf das Unfallgeschehen als äußerst risikoträchtig: Häufig stürzen Inline Skater auf öffentlichen Verkehrswegen aufgrund zu hoher, unkontrollierter Geschwindigkeit. Schutzkleidung wird oftmals überhaupt nicht getragen. Unwissen, Überschätzung und Überforderung erhöhen das Unfallrisiko. Verletzungsstatistiken verdeutlichen, dass gerade Anfänger eine besonders hohe Unfallquote aufweisen.

Damit das Fahrvergnügen nicht in einem Unfall endet, sollten folgende Sicherheitsaskekte unbedingt beachtet werden:

Altersgerechter Einstieg

Wann ein Kind zum ersten Mal auf den Rollen stehen sollte, hängt im Wesentlichen von den individuellen Fähig- und Fertigkeiten des Kindes ab. Beim Inline-Skaten stehen vor allem die motorischen Fähigkeiten -Reaktionsschnelligkeit, Gleichgewicht und Bewegungskoordination - im Vordergrund. Der Köper muss auf instabilem Untergrund gesteuert werden, die Kinder müssen Gegenständen und anderen Personen rechtzeitig ausweichen und die eigene Bewegungsrichtung bewusst variieren können. Generell können diese Fähigkeiten zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr optimal entwickelt und gefördert werden. Falls die Eltern dem Kind das Inlinen vermitteln, sollten sie dem Kind Zeit lassen und es keinesfalls überfordern. Kinder müssen sich eingewöhnen und zunächst spielerisch mit dem neuen Medium umgehen. Sie finden ihren eigenen Zugang und entwickeln am besten in ihrem eigenen Tempo Vertrauen und Sicherheit. Darauf können neue Lernschritte nach und nach aufbauen. Ermunterung und Ermutigung sind dabei wichtig.

Anfängerkurs für Kinder

Ein auf das Alter des Kindes und seine psychische und physische Entwicklung angelegter Inline Kurs, angeleitet durch einen qualifizierten Sportlehrer, ist der beste Einstieg. Hier wird das Kind in einer Gruppe von Gleichaltrigen mit den besonderen Fahreigenschaften der Inline-Skates vertraut gemacht. Dazu gehört auf jeden Fall eine Falltschulung, in dem die Kinder lernen, wie sie sich im Falle eines Sturzes verhalten sowie das Erlernen der grundlegenden Brems- und Fahrtechniken. Solche Kurse werden bereits ab 3 Jahren angeboten. Als Eltern sollten Sie jedoch sehr genau auf den Entwicklungsstand und die Bereitschaft Ihres Kindes achten. Ein zu früher Start kann das Gegenteil bewirken und den Spaß am Inlinen langfristig verderben!

Schutzausrüstung

Wie auch beim Radfahren sollten Inline-Skater - eine vollständige Schutzausrüstung tragen. Dazu gehört ein gut sitzender Helm, Knie, -Ellbogen- und Handgelenksschoner. Auch erwachsenen Inline-Skater sollten sich ihrer Verantwortung gegenüber Kindern bewußt sein und als Vorbild in Sachen „Schutzkleidung“ unterwegs sein.
Leider vernachlässigen viele Skater immer noch die Bedeutung der Schutzkleidung. Viele tragen zwar Knie und Handgelenksschoner, verzichten jedoch – meist aus Eitelkeit - auf den Helm!
Dabei schützt gerade dieser unser wichtigstes Körperteil. Den Kopf!
Da es beim Inline-Skaten häufiger zu Stürzen auf den Hinterkopf kommt, eigenen sich runde Helme für diese Sportart besser, als aerodynamische Helme, die nach hinten spitz zulaufen. Der Helm muss individuell festellbar sein.
Auch die Protektoren müssen perfekt sitzen. Am besten klappt dies für Knie- und Ellbogenschoner mit einem Strumpf, der über das Bein gezogen wird –Klettverschlüsse allein verhindern das Verrutschen nicht zuverlässig. Handgelenkschoner schützen vor Schrammen, Verstauchungen oder gar Brüchen. Ein guter Sitz ist auch hier die Voraussetzung für einen optimalen Schutz!

Materialtipps

Auch die Materialwahl entscheidet über die Sicherheit. Ob Skates alle Sicherheitskriterien erfüllen, ist nicht unbedingt eine Frage des Preises, sondern vielmehr der Produkteigenschaften.
Die sogenannten Junior-Skates für Kinder sind etwas leichtere Schuhe mit einfachen Verschlusssystemen. Leider sind Kinder Skates häufig nur mit Billigkomponenten, z.B. sehr weichem Rahmen oder labilen Verschlussschnallen ausgestattet. Die Entwicklungen verbessern sich aus Sicherheitsgründen zunehmend. Inline Skates für Kinder sollten auf jeden Fall auch über 4 Rollen verfügen und den Kindern eine ausreichende Stabilität gewährleisten. "Mitwachsende" Schuhe (verstellbar über 3 Größen) sind –wenn überhaupt- nur für die ganz Kleinen zu empfehlen, da sie durch den Verstellmechanismus etwas labiler sind.
Inliner für Kinder sollten etwas langsamer und ruhiger ausgelegt sein, als Inliner für geübte Erwachsene. Daher sollten bei Kinder-Inliner die nicht ganz so schnellen ABEC-1-Kugellager eingesetzt werden. Das Erlernen der Sportart fällt so leichter. Gleichzeitig erhöht die so geförderte „ruhigere“ Fahrweise sowohl die Sicherheit des Kindes als auch die von anderen Verkehrsteilnehmern und verringert die Sturzgefahr.

Die Skates, sowie die Protektoren und der Helm sollten mit dem GS- oder CE-Zeichen des TÜV versehen sein.

Kauftipps

    - Skates müssen bequem und fest sitzen und dürfen nicht drücken.
    - Innennähte oder Nieten dürfen im Knöchelbereich nicht scheuern
    - Zehen dürfen nicht vorne anstoßen
    - Ferse braucht festen Halt und darf nicht rutschen
    - Schaft darf nicht zu hoch sein (Kniebeuge muss möglich sein)
    - Schnallen und Schnüre dürfen keine Druckstellen hinterlassen
    - Rollen sollten leicht und leise laufen
    - Für Kinder max. 2 Größen zu groß kaufen, um Ausgleich mit Einlegesohlen zu ermöglichen
    - Skates in Ruhe ausprobieren
    - Im Laden ausprobieren

Inline Skater im Straßenverkehr

Straßenverkehrsordnung

§1 Skater müssen sich den Gegebenheiten auf dem Gehweg anpassen. Sie dürfen andere Benutzer des Gehweges weder behindern noch belästigen, geschweige denn schädigen.

§2 Inline Skates sind keine Fahrzeuge, sondern besondere Fortbewegungsmittel wie Roller oder Kinderwagen. Sie dürfen nur auf dem Gehweg benutzt werden.

§ 31 Inline Skates sind Spielgeräte. Sie dürfen nicht auf Fahrradwegen und Seitenstreifen benutzt werden. Nur in Spielstraßen ist das Skaten frei.

Weitere Sicherheitstipps

    - Intensives Aufwärmen, um Kreislauf anzuregen, Beweglichkeit zu verbessern, Aufmerksam zu steigern
    - Reflektierende Kleidung tragen
    - Devensiv fahren!
    - Voraussschauend fahren
    - Grundtechniken erlernen
    - Straßen, Kreuzungen langsam überqueren
    - Anfänger sollten stark befahrene Straßen meiden, lieber im Park oder auf weiten Flächen fahren
    - In Gefahrsituatione lieber kontrolliert fallen, als bis zuletzt versuchen, die Situation zu meister.
    - Auf Straßenbelag, Kanten, Rinnen, Gleise achten
    - Sicherheitsabstand halten
    - Auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen
    - auf einwnadfreien Zustand des Materials achten
    - Skates regelmäßig warten
    Fahrgeschwindigkeit eigenem Können und Gelände anpassen
    - Pausen einlegen
    - Nicht auf nassen wegen Skaten (Achtung Nasses Laub)

_________________
Nicola Quade
Elternforum
Bundesarbeitsgemeinschaft
Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Heilsbachstraße 13
53123 Bonn
Tel. 0228/688 34-30
Fax 0228/688 34-88
elternservice@kindersicherheit.de
www.kindersicherheit.de


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 Betreff des Beitrags: Inliner - nur mit Helm und Protektoren!
BeitragVerfasst: 10.05.2008, 15:54 
Expertin
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Registriert: 10.01.2005, 13:53
Beiträge: 4465
Bei einer sturzgefährdeten und körperbetonten Sportart wie Inlineskaten sind Protektoren ein wichtiger Teil der Ausrüstung. Ein fest sitzender Helm sowie Knie-, Ellbogen- und Handgelenk-Schützer sind für sicheren Fahrspaß unerlässlich.


Vor allem ungeübte Fahrer und Kinder riskieren bei Stürzen ohne ausreichenden Schutz schwere Verletzungen - doch gerade Kinder wollen eine Schutzausrüstung häufig nicht anlegen.

«Viele Kids fühlen sich mit Helm und Protektoren in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt», sagte Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. «Außerdem empfinden es Kinder mit zunehmenden Alter als 'uncool', sich richtig zu schützen.» Eltern haben so oft Sorge, dass ihre Kinder die Schutzausrüstung ablegen, sobald sie außer Sichtweite sind.

In solchen Fällen ist Überzeugungsarbeit gefragt: «Kinder sind sich über den Sinn einer Schutzausrüstung häufig nicht im Klaren. Das Risiko schwerer Verletzungen sehen sie nicht», erläutert Rademacher. Am wichtigsten sei es, dass Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und Helm wie Protektoren bei jeder Fahrt anlegen - auch wenn sie ohne die Kinder auf Inlineskates unterwegs sind.

Eltern überzeugen ihre Kinder am besten, wenn sie ihnen verständlich erklären, warum Helm und Schützer getragen werden müssen. «Wie auch in anderen Lebensbereichen sind Drohgebärden und das Auftreten mit dem erhobenen Zeigefinger wenig hilfreich», sagt der Experte. Kinder müssten den Sinn einer Schutzausrüstung selbst erkennen und dürften nicht zum Tragen gezwungen werden.

Hilfreich kann ein Besuch auf einer Skate-Veranstaltung sein. «Professionelle Inlineskater sind niemals ohne Schutzausrüstung unterwegs», sagt Rademacher. Für Kinder könnten sie Vorbilder sein - sowohl was die fahrerischen Fähigkeiten als auch den Schutz des eigenen Körpers angeht. Auch beim Einkauf der Schutzausrüstung sollten die Kinder dabei sein. «Wenn sie selbst aussuchen dürfen, ist es viel wahrscheinlicher, dass sie Helm und Protektoren gern tragen.»

Quelle: dpa

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