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 Betreff des Beitrags: GEFAHRENPUNKT IM OKTOBER: Unfälle Säuglinge und Kleinkinder
BeitragVerfasst: 02.10.2015, 11:15 
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Typische Unfallsituationen im Säuglings- und Kleinkindalter (1/7)

Der Sturz vom Wickeltisch


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Stürze verursachen mehr als die Hälfte aller Unfälle von kleinen Kindern. Wissenschaftlichen Studien zufolge erleiden pro Jahr etwa 125.000 Kinder unter fünf Jahren in Deutschland einen Sturzunfall, der ärztlich behandelt werden muss. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders oft betroffen.

Die Mehrzahl der stationär behandelten Kinder erleiden Kopfverletzungen oder eine Gehirnerschütterung. Bei Säuglingen ist der Sturz vom Wickeltisch die häufigste Ursache.



Fünf Sicherheitstipps zur Vermeidung von typischen Unfällen beim Wickeln

- Immer eine Hand am Kind, wenn das Kind auf dem Wickeltisch liegt
- Wickelutensilien (Windeln, Feuchttücher etc. in unmittelbarer Reichweite bereithalten
- Bei einer Störung (Klingeln an der Tür oder Läuten des Telefons) Kind erst zu Ende wickeln. Eine gute Alternative ist es, das Kind auf den Boden zu legen
- Abstand zu Kabeln, Elektrogeräten, Steckdosen, Gardinen und Fenstern halten
- Unruhige Kinder lieber auf dem Boden wickeln und auch dort eine sichere Umgebung gewährleisten: z.B. keine herumliegenden Kleinteile, gesicherte Steckdosen etc.


Fünf Sicherheitstipps zum Wickeltisch

- Beim Kauf von Kindermöbeln auf das GS-Zeichen für „geprüfte Sicherheit“ achten.
- Wickeltisch in einer Ecke des Raumes aufstellen, so dass bereits zwei schützende Wände vorhanden sind
- Die optimale Wickelhöhe liegt zwischen 85 bis 92 cm; Die Wickelfläche sollte mindestens 55 cm tief und 70 cm breit sein
- Seitenschutzränder sollten vorhanden sein, je höher desto sicherer
- Auf eine zu hohe Wickelauflagen verzichten, da sonst die Seitenschutzränder keinen ausreichenden Schutz vor dem Herunterfallen bieten



Mehr Informationen zu sicheren Möbeln finden Sie in unserem Ratgeber "Einkaufen für die Kleinsten - Kinderprodukte unter der Lupe" unter
http://www.kindersicherheit.de/pdf/Eink ... insten.pdf

Infoblatt: Wickeltisch - Sicher geht das! unter
http://www.kindersicherheit.de/pdf/2010Wickeltisch.pdf

Infografik unter
http://www.kindersicherheit.de/fileadmi ... AG.jpg.pdf

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 Betreff des Beitrags: Re: GEFAHRENPUNKT IM OKTOBER: Unfälle bei Säuglingen und Kle
BeitragVerfasst: 02.10.2015, 11:17 
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Typische Unfallsituationen im Säuglings- und Kleinkindalter (2/7)

Der Sturz aus dem Fenster


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Typische Unfallsituationen im Säuglings- und Kleinkindalter (2/7)
Stürze verursachen mehr als die Hälfte aller Unfälle von Kindern. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders oft betroffen. Wissenschaftlichen Studien zufolge erleiden pro Jahr etwa 125.000 Kinder unter fünf Jahren in Deutschland einen Sturzunfall, der ärztlich behandelt werden muss.



Fensterstürze: Jede Woche ein Kind

Säuglinge und Kleinkinder sind besonders oft betroffen. Dies gilt ganz besonders für Fensterstürze. Folgt man Presseberichten, so stehen allein in den Sommermonaten von Mai bis August 17 Fensterstürze von Kindern in den Schlagzeilen – darunter zwei tödliche, 13 schwer bis lebensgefährlich Verletzte. Nur zwei Kinder kommen ohne nennenswerte Schäden davon.


Typische Gefahrensituationen

Das Kind kann aus dem Fenster oder vom Balkon stürzen, wenn das Fenster oder die Tür offen stehen oder es ihm gelingt, sie selbständig zu öffnen. Es will aus Neugier aus dem Fenster heraus schauen oder über das Geländer blicken. Ist es in dieser Situation unbeaufsichtigt, kann es sich einen Stuhl oder eine andere Steighilfe heran schieben.


Fünf Tipps zur Sicherung von Fenstern und Balkonen

Kinder stürzen leicht vom Balkon oder aus dem Fenster, weil ihr Körperschwerpunkt höher liegt als beim Erwachsenen. Beugen sie sich über ein Geländer nach vorn, kippen sie leichter vorn über als Erwachsene. Deshalb raten wir:

- Kinder dürfen nicht ohne Aufsicht auf dem Balkon spielen
- Beim Lüften die Kinder nie ohne Aufsicht im Raum zurücklassen
- Keine Steighilfen z.B. Stühle, Tische, Pflanzenkübel etc. nahe an das Balkongitter oder Fenster stellen
- Querstreben an Balkongeländer gegen Klettern absichern
- Fenster und Balkontüren mit kindersicheren, abschließbaren Griffen versehen



Weitere Informationen


Mehr Informationen wie Sie Stürze verhindern können finden Sie in unserem Flyer "Tipps für Eltern - Aktiv gegen Stürze!".

Flyer "Tipps für Eltern. Aktiv gegen Stürze!" unter
http://www.kindersicherheit.de/fileadmi ... e_2014.pdf

Infoblatt "Sturz von dem Balkon/aus dem Fenster" unter
http://www.kindersicherheit.de/pdf/2013 ... rsturz.pdf

Infografik unter:
http://www.kindersicherheit.de/fileadmi ... rz_BAG.pdf

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 Betreff des Beitrags: Re: GEFAHRENPUNKT IM OKTOBER: Unfälle bei Säuglingen und Kle
BeitragVerfasst: 02.10.2015, 11:18 
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Typische Unfallsituationen im Säuglings- und Kleinkindalter (3/7)

Ersticken im Kinderbett



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Bei Säuglingen ist Ersticken die häufigste unfallbedingte Todesursache. Und auch Kinder im Alter von 1 bis 4 Jahren sind gefährdet. Allein in den Jahren 2009-2013 starben laut Statistischem Bundesamt in Deutschland 197 Kinder durch Ersticken. Daher raten wir: Babys schlafen am sichersten in Rückenlage, im Schlafsack und rauchfrei!


Für Säuglinge besteht die größte Erstickungsgefahr im Bett

Für Säuglinge besteht die größte Erstickungsgefahr in ihrem Bettchen. Kopfkissen und voluminöse Decken können über das Gesicht des Kindes rutschen und die Atmung behindern. Das gleiche gilt für Tücher, Windeln, Felle, Stofftiere und Spielzeug im Kinderbett. Sie alle können zum Ersticken führen.

Sicherer als im elterlichen Bett, schläft das Kind im eigenen Bettchen im Elternschlafzimmer. So wird die verhindert, dass Eltern ihr Baby erdrücken oder mit ihren Decken die Atmung des Kindes behindern.



Typische Gefahrensituationen

Zum Ersticken kann es durch das Einatmen von Kleinteilen kommen oder durch das Zulegen der Atemwege mit Gegenständen (z.B. Decken, Kissen) bzw. durch das mechanische Einschnüren (Strangulation) des Halses. Im Kinderbett sind häufig die häufigsten Unfallursachen:

- Strangulation durch Kordeln oder Schnüre
- Einklemmen in Zwischenräumen (zwischen Gitterstäben)
- Ersticken an Kleinteilen, mit Bettzeug, Decken
- Ersticken in Zwischenräumen (Matratze und Bettkasten)


10 Sicherheitstipps zur Vermeidung von typischen Unfällen

- Bringen Sie keine Kordeln, Schnüre oder Bänder am Kinderbett an
- Befestigen Sie Schnullerketten direkt an der Kleidung des Kindes und nicht am Gitterbett
- Verzichten Sie auf lose oder hängende Stoffe in Nähe des Betts (z.B. Himmelbett, Nestchen, Moskitonetz, Gardinen)
- Verzichten Sie auf dicke, voluminöse Kissen und Decken im Kinderbett (Ziehen Sie dem Säugling zum Schlafen einen Schlafsack an)
- Stofftiere und Spielzeuge haben im Kinderbett nichts zu suchen!
- Bewahren Sie Kinderspielzeug nicht in Plastiktüten auf und halten Sie Plastiktüten unter Verschluss
- Halten Sie Abstand zu Wand, Kabeln, Elektrogeräten, Steckdosen, Gardinen, Heizkörpern, Fenstern
- Die Matratze sollte fest im Bett liegen und nicht verrutschen können
- Die Abstände der Gitterstäbe müssen zwischen 4,5 bis 6,5 cm liegen, Abstand zwischen Matratze und Bettrahmen beträgt maximal 4 cm
- Gewöhnen Sie Kinder so früh wie möglich ans eigene Bettchen und legen Sie nach nächtlichen Stillphasen Kinder wieder dorthin zurück.




Mehr Informationen zu sicheren Kinderbetten finden Sie unter
http://www.kindersicherheit.de/nc/kinde ... etten.html


Infoblatt "Ersticken im Kinderbett" unter
http://www.kindersicherheit.de/pdf/2013 ... erbett.pdf

Infografik unter
http://www.kindersicherheit.de/fileadmi ... tt_BAG.pdf

Häufige Fragen: Wie sollten Babys schlafen? unter
http://www.kindersicherheit.de/nc/kinde ... lafen.html


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 Betreff des Beitrags: Re: GEFAHRENPUNKT IM OKTOBER: Unfälle Säuglinge und Kleinkin
BeitragVerfasst: 07.10.2015, 13:22 
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Typische Unfallsituationen im Säuglings- und Kleinkindalter (4/7)

Verschlucken von Kleinteilen



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Bei Säuglingen ist Ersticken die häufigste unfallbedingte Todesursache. Und auch Kinder im Alter von 1 bis 4 Jahren sind gefährdet. Allein in den Jahren 2009-2013 starben laut Statistischem Bundesamt in Deutschland 197 Kinder durch Ersticken. Neben der Tatsache, dass Erstickungsunfälle schnell tödlich verlaufen können, passiert es auch oft, dass Kleinteile, die Atemwege blockieren und zu schweren Atemwegserkrankungen, z.B. zu Lungenentzündungen, führen.



Vorsicht bei Münzen, Knopfbatterien, Erdnüssen, Bonbons und Knöpfen

In den ersten Lebensjahren nehmen Kinder fast alles in den Mund, was sie zu fassen bekommen, um es mit Lippen und Zunge ausgiebig zu erforschen. Kinder erfahren auf diese Weise ihre Welt. Typische Gefahrensituation: Kleinkinder verschlucken herumliegende Kleinteile oder atmen sie ein (Aspiration). Alle Dinge, die kleiner als ein Tischtennisball sind, wie z. B. Münzen, Knopfbatterien, Knöpfe, Erdnüsse, Bonbons oder abnehmbare Kleinteile an Kinderspielzeug können verschluckt bzw. eingeatmet werden.



7 Sicherheitstipps zur Vermeidung von typischen Unfällen

- Lassen Sie keine kleinen Gegenstände (Perlen, Münzen, Erdnüsse) in der Reichweite des Kleinkindes liegen
- Kaufen Sie für Kinder unter 3 Jahren kein Spielzeug, das kleiner ist als ein Tischtennisball
- Prüfen Sie Spielzeug kritisch auf die Sicherheit, z.B. abnehmbare oder sich lösende Kleinteile
- Beachten Sie die Gebrauchsanleitung und Warnhinweise (z.B. „Für Kinder unter 3 Jahren nicht geeignet“)
- Lagern Sie kleine Spielsachen nicht zusammen mit Süßigkeiten - es droht Verwechselungsgefahr
- Spielen jüngere und ältere Kinder zusammen in einem Raum, achten Sie darauf, dass kleinere Kinder nicht an Spielsachen der älteren herankommen bzw. diese in den Mund nehmen
- Sensibilisieren Sie ältere Kinder und erklären Sie, welche Sachen für die Kleineren gefährlich sind


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Aktuelle Warnmeldungen und Produktrückrufe finden Sie wöchentlich im RAPEX Report.


Infoblatt "Ersticken an Kleinteilen" unter
http://www.kindersicherheit.de/pdf/2013 ... nteile.pdf

Infografik unter
http://www.kindersicherheit.de/fileadmi ... te_BAG.pdf

Zuhause und Unterwegs: Gefahr durch Kleinteile unter
http://www.kindersicherheit.de/fileadmi ... te_BAG.pdf

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 Betreff des Beitrags: Re: GEFAHRENPUNKT IM OKTOBER: Unfälle Säuglinge und Kleinkin
BeitragVerfasst: 21.10.2015, 14:29 
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Typische Unfallsituationen im Säuglings- und Kleinkindalter (5/7)

Gefahrenquelle Esstisch



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Für Kinder unter fünf Jahren und insbesondere für Säuglinge ist das Risiko hoch, eine thermische Verletzung zu erleiden. Etwa 4.000 Kinder unter fünf Jahren werden deshalb jährlich im Krankenhaus behandelt. Kinder mit Verbrühungen oder Verbrennungen müssen länger ärztlich versorgt werden als zum Beispiel Kinder mit einer Gehirnerschütterung. Auch die Nachsorge ist wegen der zum Teil erheblichen körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen langwierig und schwierig.



Vorsicht mit heißem Kaffee, Wasserkocher und Pfanne

Typische Unfallsituationen sind,
- wenn das Kind sich aufrichten möchte, sich dafür an der Tischdecke hochzieht und mit heißen Flüssigkeiten überschüttet wird, die auf dem Tisch standen.
- wenn an der Arbeitsplatte das Kabel vom Wasserkocher herunterhängt, das Kind daran zieht und mit dem kochend heißen Wasser überschüttet wird.
- wenn das Kind sehen möchte, was in der Pfanne brät und an dem überstehenden Pfannenstiel zieht.
- wenn das Baby auf dem Schoß unerwartet gegen die heiße Kaffeetasse schlägt.
- wenn das Kind auf die heiße Herdplatte oder an den Backofen fasst.




7 Sicherheitstipps zur Vermeidung von typischen Unfällen

Verzichten Sie auf Tischdecken.
Stellen Sie Tassen oder Kannen mit heißen Getränken weit entfernt von der Tischkante ab.
Trinken oder essen Sie nichts Heißes, wenn ein Kind auf dem Schoß sitzt oder auf dem Arm gehalten wird.
Lassen Sie das Kabel vom Wasserkocher, Samowar, Fritteuse etc. nicht herabhängen.
Verwenden Sie die hinteren Kochplatten.
Drehen Sie Pfannenstiele grundsätzlich nach hinten.
Lassen Sie Kinder an offenen Feuerstellen nicht unbeaufsichtigt.




Infoblatt "Verbrühung und Verbrennung" unter
http://www.kindersicherheit.de/pdf/2013 ... hungen.pdf

Infografik unter
http://www.kindersicherheit.de/fileadmi ... ch_BAG.pdf

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 Betreff des Beitrags: Re: GEFAHRENPUNKT IM OKTOBER: Unfälle Säuglinge und Kleinkin
BeitragVerfasst: 30.10.2015, 12:48 
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Typische Unfallsituationen im Säuglings- und Kleinkindalter (6/7)

Vergiftungen durch Haushaltschemikalien


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Bei den Giftinformationszentren in Deutschland wurden im Jahr 2013 rund 117.000 Vergiftungsfälle und Vergiftungsverdachtsfälle von Kindern unter 14 Jahren dokumentiert. Neben diesen Verdachtsfällen werden rund 30.000 Vergiftungen als leicht, mittelschwer oder schwer eingestuft.



Besonders gefährdet sind die 1- bis 3-jährigen.

89 Prozent der Vergiftungsunfälle von Kindern entfallen auf Kinder unter sechs Jahren. Besonders gefährdet sind die 1- bis 3-jährigen Kleinkinder. Zwar verlaufen die meisten Vergiftungsunfälle glimpflich, jedoch zeigen die zahlreichen Anrufe in den Giftnotrufzentren die große Unsicherheit und ein Informationsdefizit in diesem Bereich.



Geschirrspültabs, WC-Steine und Medikamente

Vergiftungen erfolgen am häufigsten durch Haushaltschemikalien wie Spülmittel, Entkalker, Allzweckreiniger und Waschmittel. Auf dem zweiten Rang folgen Vergiftungen durch Medikamente wie Entzündungshemmer, Husten- und Erkältungsmittel, Herz-Kreislaufmittel, Psychopharmaka oder Empfängnisverhütungsmittel.

Auch Kosmetika wie z.B. Haarpflegemittel, Hautpflegemittel und Badezusätze, Cremes, Seifen, Nagelpflegemittel, Pflanzen mit attraktiven Beeren (wie Kirschlorbeer) sowie durch Zigaretten- und Alkohol sind häufig.



10 Tipps zum Umgang mit Haushaltschemikalien

- Bewahren Sie Reinigungs- und Waschmittel in verschließbaren Schränken auf.
- Achten Sie beim Kauf von Produkten auf einen kindersicheren Verschluss.
- Beugen Sie Verwechselungen mit Lebensmitteln vor, indem Sie Haushaltschemikalien stets in der Originalverpackung aufbewahren und niemals in Getränkeflaschen oder Lebensmittelbehälter umfüllen.
- Überlegen Sie schon beim Kauf, ob es anstatt der giftigen Haushaltschemikalie gesundheitlich unbedenklichere Alternativen gibt, z.B. Saugglocke anstatt chemischer Abflussreiniger.
- Achten Sie bei Medikamenten darauf dass die Dosierungsvorschriften für Kinder eingehalten werden.
- Medikamente zur äußerlichen Anwendung dürfen nicht eingenommen werden.
- Bezeichnen Sie Tabletten niemals als „Bonbons“ oder flüssige Medizin nicht als „bunten Saft“.
- Entfernen Sie giftige und stark reizende Pflanzen aus dem direkten Lebensumfeld der Kleinkinder.
- Bewahren Sie Alkohol und Zigaretten für Kinder unzugänglich auf.
- Halten Sie die Nummer des Giftnotrufs in Reichweite.


Giftnotruf

Wenn es doch einmal zu einer Vergiftung oder dem Verdacht einer Vergiftung bei einem Kind kommt, rufen Sie den Giftnotruf. Zeigt das Kind jedoch bereits Anzeichen einer Vergiftung, fahren Sie sofort zum nächsten Kinderarzt/Krankenhaus oder rufen Sie den Notruf 112.



Weitere Informationen

Flyer "Kinder vor Vergiftungen schützen" unter
http://www.kindersicherheit.de/nc/kinde ... otruf.html

Infoblatt "Vergiften" unter
http://www.kindersicherheit.de/pdf/2013 ... giften.pdf

Infografik unter
http://www.kindersicherheit.de/fileadmi ... er_BAG.pdf

BfR-App "Vergiftungsunfälle bei Kindern" unter
http://www.kindersicherheit.de/nc/kinde ... lnews_news[news]=217

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BeitragVerfasst: 01.11.2015, 20:52 
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Unfälle mit Lauflernhilfen


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Kinderärzte schätzen die Zahl von Unfällen mit Lauflernhilfen auf bis zu 6.000 pro Jahr! Am häufigsten sind Kopfverletzungen aller Art - sowohl Schürfwunden als auch Schädelbrüche sind typisch.

Lauflernhilfen oft auch Babywalker oder Gehfrei genannt, sind Gestelle auf Rollen mit integriertem Sitz, in die kleine Kinder ab 6 Monaten gesetzt werden, um sie zu beschäftigen und mobiler zu machen. Sie sind das gefährlichste „Verwahrgerät“ im Säuglings- und Kleinkindalter: Denn mit der Lauflernhilfe erreichen Kinder eine nicht altersgemäße Mobilität. Nach Angaben des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte erleiden etwa 6.000 Kinder pro Jahr einen Unfall, der auf das Konto der Babywalker geht. Verletzungen am Kopf - von Schürfwunden bis zu Schädelbrüchen - sind dabei typisch.



Typische Unfallhergänge

Typische Unfallhergänge sind, dass die Kleinen mitsamt der Lauflernhilfe über Türschwellen oder sogar Treppen hinunter stürzen. Außerdem können Kinder Verbrühungen erleiden, da sie durch die größere Reichweite im Babywalker Tassen oder Schüsseln mit heißer Flüssigkeit vom Tisch oder der Küchenarbeitsplatte herunterreißen. Auch Vergiftungen sind dokumentiert, bei denen Kinder mit Hilfe der Lauflernhilfe an Medikamenten oder Zigaretten heranreichen konnten.



Wir raten daher: Hände weg von Lauflernhilfen!

Der Glaube, die Bewegungsentwicklung zu fördern oder zu beschleunigen, ist ein Irrtum und der Name "Lauflernhilfe" ist irreführend und falsch. Lauflernhilfen bieten Säuglingen Bewegungsmöglichkeiten, die zwar ihren Bewegungsradius erweitern, aber die natürlichen Bewegungsabläufe einschränken, wenn nicht sogar behindern. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass Lauflernhilfen in irgendeiner Hinsicht entwicklungsfördernd sind. Im Gegenteil: Sie sind extrem gefährlich, weil Kinder damit stürzen und sich schwer verletzen können. Auch die Stiftung Warentest rät nach der Testung von Lauflernhilfen Eltern vom Kauf aller getesteten Produkte ab. Grund: Selbst unter Aufsicht lassen sich schwere Unfälle nicht ausschließen!


Weitere Informationen

Infoblatt "Unfälle mit Lauflernhilfen" unter
http://www.kindersicherheit.de/pdf/2013 ... nhilfe.pdf

Infografik unter
http://www.kindersicherheit.de/fileadmi ... fe_BAG.pdf

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